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ERFAHRUNGSBERICHT
Auslandsstudium Anglistik an der Victoria University of Wellington, New Zealand, im Trimester 1, 2005 Ich habe im Rahmen meines Gymnasiallehramtsstudiums (Englisch, Französisch) am Study Abroad Programm der neuseeländischen Universitäten teilgenommen und ein Semester (4 Monate von Mitte Februar bis Mitte Juni 2005) an der Victoria University of Wellington Englisch studiert. Vorbereitung Ich habe mich für das Study Abroad Programm beworben, da ich nur ein Semester im englischsprachigen Ausland studieren wollte und keinen Abschluss erwerben wollte. Für wen jedoch ein Postgraduate Programm in Frage kommt, der sollte dies auf jeden Fall in Betracht ziehen, da die Deutschen dann anstatt den international nur die domestic fees bezahlen müssen. Für das Study Abroad Programm waren beim Institut Ranke-Heinemann einzureichen: • Abiturzeugnis in beglaubigter Kopie, • Vordiplom/Zwischenprüfungszeugnis in beglaubigter Kopie, • Study Transcript (beglaubigt) – herunterzuladen von der Website Ranke-Heinemann, • Study Abroad Bewerbungsformular der neuseeländischen Universität von der neuseeländischen Uniwebseite (in meinem Fall: www.vuw.ac.nz), • Bewerbungsformular Institut Ranke-Heinemann, • Toefl- oder IELTS-Testergebnis direkt weitergeleitet an die Uni. Man bekommt dann einen Offer Letter zugeschickt. Den angebotenen Studienplatz nimmt man an, indem man die Studiengebühren überweist. Anscheinend (ich ging allerdings auf Nummer sicher) kann man die Studiengebühren auch erst vor Ort bezahlen. Dem Offer Letter beigefügt sind: Fees Invoice, Meeting Service Form, Application for Student ID card, Accomodation Guide, Insurance Information und eine Info-CD. Die Bewerbung um einen Studentenausweis sollte man unbedingt von zu Hause aus ausfüllen, damit er bei Ankunft schon bereit liegt. Er ist das A und O eines jeden Studenten (Bibliotheksausweis, after hour access zu Computerräumen etc). Das Institut Ranke-Heinemann empfiehlt, ein Studentenvisum schon von Deutschland aus zu beantragen. Die meisten Deutschen handhaben das auch so, man kann es allerdings auch erst vor Ort beantragen. Vorsicht: Mit einem Studentenvisum hat man Arbeitsverbot. Deutsche Studenten dürfen aber angeblich in Neuseeland arbeiten, müssen sich allerdings ihr Visum umschreiben lassen. Auch eine vorläufige Kurswahl (Kurse auf der Uniwebseite) sollte man per e-mail an das International Office schicken. Es ist darüber hinaus sinnvoll, sich ein Konto bei der Deutschen Bank einzurichten, da diese mit der Westpac in Neuseeland einen Partnervertrag hat, und man somit bei der Westpac umsonst abheben kann. Anreise und Gepäck Ich habe meinen Flug Mitte November, also drei Monate vor Abreise gebucht, und es war schwierig, noch einen geeigneten Flug zu bekommen. Ich hatte einen Studententarif von Qantas, der australischen Fluglinie, was den Vorteil hat, dass man den Rückflug für 25 Euro umbuchen konnte. Mein Flug ging von München über London, Singapur, Sydney nach Wellington. Dort wurde ich von einem Uni-Shuttle abgeholt (Meeting Service Form ausfüllen!) und zu meiner Unterkunft gebracht. Qantas hat den Nachteil, dass man nur 20kg mitnehmen darf (25kg Kulanz), die auch streng eingehalten werden. In Erwägung ziehen könnte man, die Westroute über die USA zu fliegen, denn dann sind 2x 32kg erlaubt. Manche Airlines, wie Emirates (zumindest nach Australien), gewähren zusätzliche 10kg für Studenten. Für den Rückflug habe ich den Frachtversand in Anspruch genommen (Owens, Tel.Nr. von Wellington aus: 3881301 oder 3888236) Victoria University of Wellington Orientation Week (einschl. Versicherungsinformation) Von 9. bis 18. Februar fand die Orientation Week für internationale Studenten und Erstsemester statt. Sie ist an sich Pflicht und eine gute Möglichkeit, einen Überblick über die Universität zu gewinnen und Leute kennen zu lernen. Während dieser Woche findet auch die Einschreibung und Kurswahl statt. Da ich wegen Semesterüberschneidungen erst am 14. Februar anreisen konnte, musste ich an einer late orientation teilnehmen. Die Einschreibung und Kurswahl ging für mich an einem Tag über die Bühne. Ich empfand das als Vorteil, da sich die früher angereisten Studenten über einen unnötigen tagelangen Marathon beschwerten. Hauptanlaufstelle ist in dieser Woche das International Office (10, Kelburn Parade). Dort schließt man auch die Studentenversicherung Studentsafe (247 NZ$ für 6 Monate) ab. Victoria University akzeptiert wenige ausländische Versicherungen und Studentsafe ist sehr zu empfehlen. Sie ist Kranken-, Unfall-, Reise- und Haftpflichtversicherung in einem. Unfallkosten (ich hab mir z.B. den kleinen Zeh gebrochen) werden in Neuseeland vom Staat erstattet, sonstige Arzt- und Krankenhauskosten erstattet die Versicherung zurück. Es ist empfehlenswert, den Studentenarzt am Campus (Student Health Service: 4, Wai-te-ata Road) in Anspruch zu nehmen, da die Arztgebühr ein Vielfaches günstiger ist als in der Stadt, ich glaube 15 $. Das International Office bietet während der Orientation Week auch Kulturelles an, was sehr zu empfehlen ist, z.B. eine Stadtrundfahrt oder einen Maori-Empfang (powhiri) der internationalen Studenten im wunderschönen Marae (Versammlungshaus) der Uni. Von den Veranstaltungen außerhalb der Orientation Week war ich eher enttäuscht. Uni- und Kurswahl Ich habe mich für die Victoria University of Wellington entschieden, da sie in den Geisteswissenschaften zu den führenden Universitäten des Landes zählt. Außerdem wohnte ich einem Gastvortrag einer Linguistik-Dozentin der Victoria University in Regensburg bei, der mich sehr begeistert hat. Andere bei Studenten sehr beliebte Universitäten Neuseelands sind die University of Canterbury in Christchurch und die University of Otago in Dunedin (beide auf der Südinsel). Man sollte sich auch nicht wundern, wenn man an der Uni sehr vielen Deutschen über den Weg läuft: nach Chinesen und Amerikanern bilden sie die drittgrößte Gruppe internationaler Stundenten. Die Kurswahl an der Victoria University of Wellington findet auch in der Orientation Week statt. Die vorläufige Kurswahl von Deutschland aus kann noch einmal geändert werden. Es gibt auch eine Frist, ich glaube zwei Wochen nach Semesterbeginn, nach der die Kurswahl endgültig ist. Da ich zum Zeitpunkt der Bewerbung noch keine drei Jahre in Deutschland (Bachelor-Entsprechung) studiert hatte, durfte ich nur Kurse im Undergraduate-Bereich (100, 200, 300 level) besuchen. Nach Absprache mit dem Head of School (Englischfakultät) wurde ich jedoch auch zu einem Honours Course (400 level) zugelassen. In einem Semester kann man drei bis vier Kurse belegen. Wenn man höhere levels wählt, ist es jedoch zu empfehlen, nur drei zu wählen. Die Student Levies (Gebühren) richten sich danach, wie viele Kurse man belegt. Ich belegte drei Kurse: ‚Language Teaching Methodology’ (200) aus dem Bereich Applied Linguistics, ‚Restoration and Eighteenth Century’ (300) und ‚Modern Fiction: New Zealand Fiction for Children’ (400) aus dem Bereich Literary Studies. Die undergraduate Kurse bestehen aus Vorlesungen und tutorials, die postgraduate Kurse gleichen eher Seminaren. Insgesamt hatte ich 10 Pflichtsemesterwochenstunden, die vollkommen ausreichend sind. In Neuseeland muss man seine ganzen Leistungen nämlich während dem Semester erbringen. Für den Honours Course musste man jede Woche zwei Bücher lesen, in den beiden anderen zwei lange Gedichte bzw. zwei Artikel. Während des Semesters musste ich pro Kurs drei Essays einreichen und am Ende je eine dreistündige Abschlussklausur schreiben. Neben meinen Pflichtkursen besuchte ich noch eine Vorlesung als Gasthörer und nahm an einem Französischkurs nach Absprache mit dem Kursleiter teil. Man bezahlt schließlich nur für die Kurse, in denen man credits erwirbt. Campusleben und Student Services Die Victoria University hat vier Campi. Kelburn ist der Hauptcampus und liegt auf einem Hügel. Die Pipitea (Jura) und Te Aro (Architektur) Campi liegen in der Stadt und der Karori Campus (Education) etwas außerhalb. Meine Kurse fanden alle am Kelburn Campus statt. Leider gibt es an der Uni keine Mensa. Bestimmte Wohnheime (hauptsächlich für Erstsemester) bieten dafür Vollpension. Nur das Vicky’s Café bietet auch warme Speisen. Und montags bis donnerstags wird auch im Marae (48, Kelburn Parade) gekocht. Studenten zahlen hier 4 Euro. Die Universitätsbibliothek ist sehr gut ausgestattet und die dort angebotene Literatur für Essays vollkommen ausreichend. Oftmals bieten Kursleiter sogar Leselisten für Essays, die die Literatursuche noch vereinfachen. Es gibt auch einen Semesterapparat, d.h. Bücher, die die Kursleiter speziell ausgewählt haben und die allen Studenten zur Verfügung stehen sollen. Diese befinden sich entweder in close reserve (Erdgeschoss), d.h. man kann sie nur für zwei Stunden ausleihen oder im 3 day loan (1. Stock). Andere Bücher, die man sich ausleihen will, holt man sich direkt aus dem Regal. Im Kopierraum der Bibliothek stehen ganze Bücher mit alten Examensaufgaben, die sehr nützlich sind. Auch seine Taschen und Rucksäcke darf man mit in die Bibliothek nehmen. Die Course Readers kauft man sich bei Student Notes im Untergeschoss des Student Union Buildings. Auf dem Kelburn Campus gibt es vier Computerräume: zwei im Kirk Building, einer im Murphy Building und ein großer in der Bibliothek. Für die Internetnutzung sowie das Drucken muss man zahlen, Uniseiten und der Uni-Mail-Account sind kostenlos. Postgraduate Studenten stehen noch weitere Computerräume (z.B. Murphy Building) offen und das Drucken ist für sie, glaub ich, kostenlos. Die Computer sind modern ausgestattet und mit seinem Studentenausweis hat man einen 24 Stunden Zugang zu den Computerräumen. Der genialste Service am Campus sind die Student (Learning Support) Services im Old Kirk Building (Zugang vom Hunter Courtyard). Jeder Student darf diesen Service einmal in der Woche in Anspruch nehmen und sich seine Essays Korrekturlesen lassen. Ein appointment dauert 50 min, sollte mind. eine Woche im Voraus ausgemacht werden (ansonsten Terminschwierigkeiten) und ist kostenlos! Obwohl mir versichert wurde, dass ich diesen Service nicht benötigen würde, genoss ich dieses Gefühl der Sicherheit, dass sich ein ausgebildeter Muttersprachler meinen Essay durchschaut und Feinheiten korrigiert. Darüber hinaus werden vom Student Learning Support Service auch richtige Seminare zum Essayschreiben oder Referathalten angeboten. Am Campus gibt es ansonsten noch einen Buchladen, eine Bank, STA Travel, einen Computerzubehörsladen, einen Kiosk und einen Tante Emma Laden. Clubs Meiner Ansicht nach die beste Möglichkeit, Leute kennen zu lernen ist die, einem Club beizutreten. Vor allem Deutsche sollten sich jedoch bewusst sein, dass neuseeländische Studenten großteils undergraduate Studenten sind und somit ein paar Jahre jünger sind als deutsche Studenten. Auch andere internationale Studenten sind oftmals jünger. In der Woche vor Semesterbeginn ist im Quad zwei Tage Clubs Day, während dem sich die einzelnen Clubs vorstellen. Dies ist eine ganz gute Möglichkeit, einen Überblick zu gewinnen. Ich bin sehr vielen Clubs beigetreten: German Club, French Club, Spanish Club, Good Food Club und Tramping Club. Die Sprachklubs haben als Angebote meist Essen (z.B. Kaffeestunde, French Breakfast…), Quizzes, Konversation oder ein Theaterstück, beim Good Food Club bekommt man einmal in der Woche ein vegetarisches Gericht, das am Campus verkauft wird, billiger, und der Tramping Club ist der Wanderclub der Universität. Jeden Dienstag ist Stammtisch und in kleinen Gruppen fährt man am Wochenende und in den Ferien in die nähere und weitere (= Nordinsel) Umgebung Wellingtons, um Wandertouren zu machen. Ich habe zwei Wanderungen und den Ball mitgemacht, was sehr lustig war, allerdings muss man auch sagen, dass der Club ein bisschen spontan und unorganisiert war, und zwei Wanderungen, die ich noch machen wollte, ins Wasser gefallen sind. Des Weiteren habe ich mich an der Catholic Chaplaincy, der dortigen KHG der Uni, eingebracht. Die Chaplaincy heißt Kohanga und ist zu finden in 4, Kelburn Parade. Die Leute sind sehr aufgeschlossen und jeden Montag um 12 ist free lunch, die beste Möglichkeit, den Großteil der KHGler kennen zu lernen. Es werden auch Gottesdienste, Diskussionen, Gebete und social evenings geboten. Ich habe einen Großteil der Leute, zu denen ich mehr Kontakt hatte, über die Clubs kennen gelernt. Viele von ihnen waren Asiaten, da diese einen Großteil der ausländischen Studenten stellen. Wohnen Eine weitere Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, ist natürlich das Wohnheim. In Wellington ist es sehr empfehlenswert, sich für ein Wohnheim zu bewerben, da fast alle Wohnheime erstens sehr zentral liegen und zweitens allen internationalen Studenten ein Wohnheimsplatz garantiert wird, soweit sie sich rechtzeitig bewerben. Es ist also wichtig, die Bewerbungsfrist nicht zu verpassen. Für mein Semester war sie am 1. Oktober. Informationen zu den einzelnen Wohnheimen liegen dem Offer Letter bei. Am einfachsten ist es jedoch, man füllt das Formular online aus (www.vuw.ac.nz/st_services/accomodation). Internationale Studenten brauchen keine Confidential Reference. Ich habe im Wohnheim Wai-te-ata gewohnt und war äußerst zufrieden. Es steht vor allem internationalen und älteren Studenten offen und man lebt zu viert oder fünft in einer WG. Ich habe mit vier Mädchen aus Australien, Samoa, Tuvalu und Kiribati (also den Pacific Islands) gewohnt. Meist sind die WGs aber gemischt, sowohl von den Geschlechtern als auch von den Nationalitäten her. Wai-te-ata liegt sehr günstig, direkt am Studentenparkplatz neben dem Sportzentrum. Man braucht nur ein paar Treppen zu steigen und schon ist man am Kelburn Campus. Mein Zimmer hat 145 $ in der Woche gekostet; das Geld wird wöchentlich von den RAs (Residential Assistants) eingesammelt. Waschen in Wai-te-ata ist umsonst, Ortsgespräche auch (Telefon vorhanden). Um nach Deutschland zu telefonieren, hab ich mir die Telefonkarten Go Talk und Rate Saver gekauft, die mit am günstigsten sind. Sie sind allerdings nur in den Universitätsstädten erhältlich und vom dortigen Festnetz aus sehr billig. Die Vorwahl für Neuseeland ist 0064, für Wellington 04. Für das Handy kauft man sich die Vodafone Pre-pay Karte. Da Wai-te-ata so nah an der Uni ist, kann man sich, glaub ich, auch W-Lan einrichten lassen. Ich war allerdings immer in den Computerräumen der Uni. Die Küche ist sehr gut ausgestattet, es gibt einen Fernseher und vor allem Heizung (im Gegensatz zu vielen WGs). Vom Wohnzimmer und von einzelnen Zimmern aus hat man einen tollen Blick über Wellington, denn das Wohnheim liegt auf einem Hügel. Am Anfang des Semesters gab es ein Wohnheims-Barbecue, um einander kennen zu lernen, im Laufe des Semesters einen Ball und einen Restaurantbesuch. Die meisten anderen Wohnheime sind auch zu empfehlen, wobei ich Wai-te-ata vom Preis-Leistungs-Verhältnis am optimalsten fand. Weir House und Victoria House sind eher für Erstsemester, Helen Lowry ist außerhalb. Wenn du in eine WG außerhalb eines Wohnheims möchtest, würde ich mich trotzdem über das Formular für University Hall bewerben. Über private Zimmersuche kann ich leider keine Aussagen machen. Direkt zu Semesterbeginn war es allerdings schwer, an ein Zimmer zu kommen, da viele Studenten suchten. Erste Anlaufstelle sollte immer das Accomodation Office (14, Kelburn Parade) sein. Wellington Wellington ist der politische, kulturelle und geographische Mittelpunkt Neuseelands. Die Stadt hat 400.000 Einwohner, ohne den Vororten allerdings nur 150.000. In Wellington ist es oftmals regnerisch und windig. Aber nicht verzweifeln! An Sonnentagen ist es traumhaft. Die Stadt liegt geschützt in einer Bucht zwischen vielen vielen Hügeln. Für mich ist deshalb ein Fahrradkauf nicht in Frage gekommen. Ich bin eigentlich alles zu Fuß gelaufen, von der Stadt zur Uni kann man u.U. auch den Cable Car nehmen. Die Busse fahren alle halbe Stunde, oft lohnt es sich also nicht. Zwischen dem Universitätshügel und der Stadt gibt es auch ganz viele Treppen (z.B. Allenby Steps, Dixon Steps). Es lohnt sich, diese ausfindig zu machen und somit nicht den Umweg über die Straßen nehmen zu müssen. Sehenswert in Wellington sind die Parliament Buildings (die Touren sind umsonst, man kann auch Parlamentssitzungen beiwohnen), das Original des Treaty of Waitangi in den Archives, Te Papa Museum, Old St Pauls, Botanical Gardens – soweit alles umsonst – Cable Car und Karori Wildlife Sactuary (für Vogelinteressierte). Oriental Bay ist der Strand Wellingtons. Lambton Quay ist die noblere Einkaufsstraße, Willis Street die normale und Cuba Street die alternativere. In Wellington gibt es nur eine teuere Supermarktkette genannt New World. Die drei Filialen befinden sich in Willis Street, Wakefield Street und Molesworth Street. Ich habe dort eigentlich immer eingekauft. Für billigere Supermärkte (z.B. Pack ’n’ Save) müsste man in die Vororte fahren. Die Supermärkte haben mindestens bis 22 Uhr geöffnet, viele normale Geschäfte allerdings nur bis 17 Uhr. Wenn man seinen Wohnsitz in Wellington hat (Brief als Beweis ausreichend) kann man sich kostenlos einen Stadtbibliotheksausweis holen. Für Studenten gibt es Ermäßigungen nicht nur z.B. im Kino und beim Cable Car, sondern auch manche Geschäfte wie z.B. Whitcoulls (die größte Buchladenkette, z.B. Lambton Quay) und Mainly Tramping (ein Outdoor-Laden, Mercer St) gewähren 10% Studentenrabatt. Was für die Wohnung findet man am besten im Warehouse (billig, Wakefield St) oder bei Briscoes (bessere Qualität, Taranaki St). Der beste Fish and Chip Shop Wellingtons ist in der Cuba St. Reisen In Neuseeland gibt es nur vier Zuglinien, oftmals kommt Reisen mit dem Zug also nicht in Frage. Die beste Möglichkeit unabhängig zu reisen sind die Intercity Busse, die aber leider nur die Städte miteinander verbinden. Daneben existieren auch Backpacker Busse wie Kiwi Experience, Magic und Stray, die die Touristenattraktionen anfahren. Sie sind bei Jugendlichen beliebt, allerdings verliert man damit ein Stück Unabhängigkeit. Ich kann über all diese Möglichkeiten leider wenig Auskunft geben, da ich entweder Autos gemietet habe oder bei Neuseeländern mitfahren konnte. Ein Auto zu kaufen ist prinzipiell sinnvoll und üblich, ich wollte mir allerdings den Stress möglicher Reparaturen und des Wiederverkaufs ersparen. Ich habe meine Autos bei APEX Car Rentals (Victoria St, Höhe Vivian St) gemietet und war sehr zufrieden. Die Autos kosten 45-50$ am Tag, bei längeren Mietzeiten kann man über Rabatt verhandeln. Es ist sinnvoll, zusätzliche 8$ am Tag zu bezahlen, um eine Vollkaskoversicherung zu haben. Anders ist die Eigenbeteiligung relativ hoch. Die Highlights auf der Nordinsel sind der Waipoua Kauri Forest, Bay of Islands (im Sommer!), Cathedral Cove und Hot Water Beach auf der Coromandel Peninsula, die Thermalgebiete um Taupo und Rotorua, Maori-Culture in Rotorua (allerding sehr touristisch!), Napier, Huka Falls, Waitomo Caves (Glühwürmchen-Höhlen), Mount Taranaki, Tongariro National Park. Auf der Südinsel sehr zu empfehlen sind die Marlborough Sounds, der Abel Tasman National Park, die Pancake Rocks bei Punakaiki, die Franz Josefs Gletschertour, das Alpenpanorama vom Lake Matheson aus, die Seen um Queenstown und Wanaka, Milford Sound und Fiordland National Park, die Catlins, Dunedin und die Wildlife Tour auf der Otago Peninsula, Christchurch, Akaroa auf der Banks Peninsula, Mount Cook National Park und Delphinschwimmen in Kaikoura. Die zwei genialen Wanderungen, die ich gemacht habe, sind der Abel Tasman Coastal Track (Südinsel, 3 Tage) und das Tongariro Crossing (Nordinsel, 1 Tag). Der Milford Track ist bestimmt auch zu empfehlen, für die Sommermonate muss man allerdings fast ein Jahr im Voraus buchen. Fazit Das Studium in Neuseeland war intensiver als in Deutschland, ich habe viel gelernt und einen guten Überblick über die Themengebiete in meinen Kursen erhalten. Der Service an der Uni ist gut – man merkt, dass man für das Studium bezahlt. Die Dozenten sind zugänglich und hilfsbereit und man spricht sie mit Vornamen an. Darüber hinaus habe ich in Neuseeland gelernt, effektiv zu studieren. Auch ist man in seiner Kurswahl sehr flexibel. Es ist allerdings sinnvoll, mindestens 300 level Kurse zu besuchen, da man sich ansonsten unterfordert fühlt. Neuseeland ist wunderschön. Die Eindrücke die ich von der Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt bekommen habe, werde ich nie vergessen. Im Winter ist die Südinsel immer noch wunderbar einsam. Richtige Unabhängigkeit kann man aber nur mit dem Auto genießen. Etwas gestört hat mich, dass Neuseeland sehr touristisch ist. Man bezahlt für fast jedes Naturereignis und auch ansonsten gilt: wer bezahlt, dem steht alles offen (z.B. Extremsportarten). Die Preise sind in den letzten Jahren sehr gestiegen und im Sommer ist man wegen nötigen Vorbuchens teilweise sehr unflexibel. Gewundert hat mich auch, wie viele Deutsche man in Neuseeland, sowohl als Touristen als auch als Studenten, trifft. Insgesamt möchte ich den Studienaufenthalt in Wellington unbedingt weiterempfehlen Man lernt viel für sein Fach, die Sprache (auch wenn einem New Zealand English am Anfang etwas eigenartig vorkommen mag…) und über Landeskunde im wunderschönen Aotearoa. NZ – was man wissen sollte • Aotearoa heißt Neuseeland auf Maori. • Neuseeland besteht aus drei Inseln: North Island, South Island, Stewart Island. • Neuseeland hat 4 Millionen Einwohner, davon lebt 1 Million in Auckland. • Der neuseeländische Nationalsport ist Rugby. • Kia ora heißt hallo auf Maori. • Maui ist der große Maori-Sagenheld. Er hat die Nordinsel (Fisch) aus dem Wasser gefischt. Die Südinsel ist sein Kanu, Stewart Island sein Anker. • Im Sommer am besten Lichtschutzfaktor 30 verwenden, unter 15 darf gar nicht verkauft werden. • Man sollte sich gleich im ersten Hostel überlegen, ob sich eine Backpacker Card für 40$ lohnt. Sie beinhaltet zudem eine Telefonkarte über 20$. • EFTPOS ist die EC-Karte der Neuseeländer. • Kiwi (das Obst) heißt kiwifruit! • Tramping ist New Zealand English für Wandern! • Silver Fern ist das Nationalsymbol. Man erkennt ihn daran, dass das Farnblatt auf der Unterseite silbern ist. • Awesome ist eins der Lieblingswörter der Neuseeländer.
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