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Erfahrungsbericht University of Auckland

Ich habe schnell gemerkt, dass ich als Lehramtsstudentin eine Exotin war. Sehr viele, sehr nette deutsche Jurastudenten gab es massig aber die Zahl für Lehramt blieb auch nach einem halben Jahr bei 3 stehen. Nichtsdestotrotz hatte ich sehr gute Kurse und ausgezeichnete Betreuung. Die Kursgrößen in Englisch hielten sich bei 5-8 und in Latein war ich meist die Einzige. Privatunterricht mit dem Head of Dept. war allerdings gar nicht so unvorteilhaft.

In Englisch hatte ich ein Poetry Seminar und ein Seminar in Linguistik im Postgrad Bereich, der dem Hauptstudium nach der LPO I entspricht. Durch die geringere Anzahl an Kursteilnehmern muss man natürlich jede Stunde gut vorbereitet sein, allerdings ist die Atmosphäre viel freundschaftlicher und Cafe Besuche oder, dass jemand Gebäck mitbringt, war nicht unüblich. Im Grunde war der Ablauf ganz wie in Deutschland.

In Latein war ich für eine Unseen Translation und einen Research Essay eingeschrieben. Die Übersetzung bestand darin, einen unbekannten Text eines vorgegebenen Autors ohne Wörterbuch vom Lateinischen ins Englische zu übersetzen. In der Theorie war der Research Essay ein eigener Kurs, dessen einziger Zweck war während des Semesters unter Betreuung eines Dozenten eine Arbeit zu verfassen. Allerdings hatte mein Dozent die glorreiche Idee mich noch in eine Vorlesung zu stecken, die den Autor behandelte.

Planung & Organisation:
Angeraten wird etwa 1 Jahr vorher mit der Planung anzufangen. Das hat seine Gründe (Stipendien, Uniwahl, Visa, Sprachzertifikat etc) Meiner Ansicht nach ist es ratsam, sich frühzeitig wegen Flügen und dem Sprachzertifikat zu informieren, da die Flüge teuer sind und beim TOEFL lange Vorlaufzeiten herrschen. Im Nachhinein würde ich meinen Flug unbedingt bei STA Travel buchen, da diese Vergünstigungen für Studenten mit internat. Studentenausweis (ISIC card) anbieten und es in Auckland – u.a. in der Uni – einige STA Travel Agencies gibt, falls man den Flug umbuchen möchte. Ich bin mit Qantas geflogen, was auch sehr angenehm war.Bei mir hat sich alles etwa 6 Monate vor dem Studienbeginn in NZ konkretisiert, da für mich, aufgrund meiner Fächerverbindung, nur 2 Universitäten zur Wahl standen.

Ich muss auch gleich nachschieben, dass bei alles reibungslos gelaufen ist. An dieser Stelle ein großes Lob an das Institut Ranke-Heinemann!

Studium an der University of Auckland:
Die Uni liegt entlang der Symonds Street und ist sehr übersichtlich. Ich persönlich hatte keine Probleme mich zurecht zu finden. Der wohl größte Unterschied zum Unileben in Deutschland ist, dass man kontinuierlich Comments, und Assignments einreichen muss. Dafür sind die Hausarbeiten nicht so lang, müssen dafür allerdings auch bis zum Ende des Semesters eingereicht sein... Es hat seine Gründe, warum man „nur“ 4 Kurse belegt! Kurse sind hier relativ klein (bis zu 10 Leuten) Die Größe von Seminaren und Vorlesungen ist natürlich immer abhängig vom Studiengang, tendenziell sind die Veranstaltungen jedoch kleiner als bei uns. Eine Mensa gibt es hier nicht, dafür einen Food Court, oder Quad, bei dem man Sushi, Döner, Nudeln, Reis etc in vielen verschiedenen Variationen vorfindet.

Leben in NZ
So anders als in Deutschland ist es hier nicht. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden.
Mietpreise liegen im City Centre für ein WG-Zimmer zwischen 160-250 NZD pro Woche. Ein- und Auszug geht in Auckland reibungslos. Die Kündigungsfrist beträgt in den meisten Fällen auch nur eine Woche, wodurch ständig Wohnungen/ Zimmer frei werden falls man mit der eigenen Unterkunft unzufrieden ist. Ich persönlich habe nicht in einem Studentenwohnheim gewohnt. Von der Lage zu Uni und Stadtzentrum kann ich allerdings 14 Whitaker Apartments, Park Rd und das International House empfehlen. Huia Residence liegt etwa 10 min weiter zu Fuß entfernt, und soll (laut Bewohnern) den Spitznahmen „Gefängnis“ tragen. Auf der anderen Seite (als Entschädigung?) habe ich dort auch von vielen Ausflügen und Parties gehört. UND die nettesten Leute, die ich kennen gelernt habe, haben dort gewohnt.
Ich habe mir einen Bank Account bei der ASB Bank eingerichtet, da dieser komplett kostenlos ist, im Gegensatz zur National Bank.
Als Handykarte haben die meisten eine Vodafone Prepaid Karte. Vorher kann man sich auch im Internet informieren (www.vodafone.co.nz); oft werden da die sim cards günstiger angeboten. Aufgepasst allerdings wenn ihr einen Vertrag in D habt. Dann kann es sein, dass euer Handy bei der neuen Karte streikt. Klärt das unbedingt ab, denn wenn am Anfang noch alles ganz neu ist und das Heimweh groß, muss man ja nicht unbedingt Probleme mit dem Handy haben...
Als Neuling in Neuseeland sind besonders Rugby Spiele (gegen Australien) ein Must-Do! Auch wenn man die Regeln nicht versteht ist es sowohl im Pub als auch im Stadion ein einmaliges Erlebnis! Dann erlebt man die Kiwis in ihrem Element!
Interessant ist auch die Weihnachtszeit in Neuseeland bzw. Auckland: Es ist für den ein oder anderen wahrscheinlich gewöhnungsbedürftig überlebensgroße Nikolausfiguren und Rentiere zu sehen und dabei in Shorts und T-Shirt herumzulaufen. Getoppt wird das dann durch „Christmas in the Park“ einem Konzert in der Domain von Auckland bei dem Weihnachtslieder gesungen werden und die Leute herum ein Picknick machen!

Reisen
Plane unbedingt mindestens 4 Wochen ein um dieses schöne Land einmal näher kennen zu lernen!!! Das Angebot an Mietwagen, Autos zum Verkauf und geführten Busreisen riesig ist. Ich persönlich habe mich für eine Busreise entschlossen und wurde nicht enttäuscht! Ich habe ganz, ganz viele nette Menschen aus aller Welt kennen gelernt, viel Spaß gehabt und nebenbei das Land erkundet.

Persönliche Tipps
• Auckland ist EXTREM HÜGELIG!!!! Wer keine gute Grundkondition hat, dem rate ich dringend, sich vorher etwas intensiver zu bewegen, sonst werden die ersten Tage möglicherweise sehr anstrengend.
• WINDIG! Am Meer eigentlich normal, aber hier stürmt es doch recht ordentlich (besonders im Winter und im Frühling). Falls du keine Windjacke besitzt oder hier kaufen möchtest (es gibt eine große Auswahl), rate ich dringend zu einem Schal und einer Mütze!
• In der Stadt gibt es einen FREE SHUTTLE BUS zum Supermarkt New World, der ein großes, umfangreiches Lebensmittelangebot hat
• ORIENTATION! Mir hat die orientation week sehr geholfen, erste Kontakte zu knöpfen und nützliche Tipps über Studium, Leben , Reisen (Autokauf) und Sich-Zurechtfinden gegeben.

Und zum Schluss noch VIEL SPAß in Neuseeland! Es wird einzigartig – versprochen!

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