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Bericht über meinen Studiumsaufenthalt an der University Technology Sydney (UTS)
Peter Troegel 21. August 2010 Am 13. Februar 2010 empfing mich Sydney von seiner strahlenden Seite. Den blauen Himmel und die warmen Sonnenstrahlen nahm ich aber nur im Unterbewusstsein war. Ich war angekommen in diesem fremden Land, auf diesem weit entfernten Kontinent. Vor mir lagen sechs intensive Monate voll gepackt mit neuen Erfahrungen, neuem Wissen, neuen Freunden und natürlich auch neuen Abendteueren. Willkommen in Down Under! 1. Unterkunft Die Wohnungssuche gestaltete sich bei mir persönlich als sehr unproblematisch. Bereits nach 2 Tagen hatte ich eine nette WG gefunden, in der ich auch während des gesamten Semesters geblieben bin. Ich fand es toll mir mit einem Einheimischen und einem internationalen Student gemeinsam in einer WG zu wohnen. Dadurch bekam ich die Gelegenheit auch die australische „Alltags-Mentalität“ besser zu verstehen. Als Tipp für zukünftige Stipendiaten des DAAD kann ich nachdrücklich die Internetseite http://sydney.gumtree.com.au/ empfehlen. Dort findet man nicht nur Wohnungen und WGs, sondern auch Möbel oder Fahrräder. Besonders aber zu Beginn des Semesters sind alle neuen Studenten auf der Suche und einige meiner Kommilitonen haben auch 3-4 Wochen nach einer passenden Bleibe gesucht. Generell sollte man sich auf eine Preislage ab 200 Dollar pro Woche fuer ein Einzelzimmer in einer WG/Haus einstellen. Je weiter man aus dem Zentrum entfernt sucht, desto billiger wird es natürlich. Falls man bereit ist sich ein Zimmer mit einem anderen zu teilen bekommt man schon ab ca. 160 Dollar pro Woche eine passable Unterkunft. Ich selbst habe in dem Stadtteil Redfern meine WG gefunden. Auch wenn er in Sachen Sicherheit nicht den besten Ruf genießt unter Einheimischen, hatte ich persönlich nie ein Problem und habe die Nähe zur Universität sehr geschätzt. Mit meinem Fahrrad war ich in ca. 5 Minuten am UTS Tower. Falls man zu Beginn des Aufenthalts übrigens noch Schwierigkeiten mit der Orientierung haben sollte, so ist: der UTS Tower von nahezu jedem Platz in Sydney zu entdecken. Freunde von mir haben sich in dem Wohngebiet um den weltbekannten Bondi Beach eingenistet und konnten dadurch bequem zum Surfen an den Strand. In welchen Stadtteil es letztendlich verschlägt hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Die Zimmer in den verschiedenen Studentenwohnheimen der UTS sind nach meinen Erfahrungen auch klasse. Einziger Nachteil ist, dass man die Zimmer für eine vorgeschrieben Zeit nehmen MUSS, wodurch man im Endeffekt 3-4 Wochen zahlt ohne das Zimmer zu nutzen. 2. Transport Wie ich vorher bereits erwähnte habe ich mich für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel entschieden. Die preiswertesten Fahrräder kann man übrigens bei einer Auktion in Alexandria ersteigen (http://mitchellroadauctions.com/). Womit wir auch schon bei meinem nächsten Thema wären, den Transportsystemen. Ich zählte zu den wenigen „Verrückten“, die sich in Sydneys Verkehrschaos auf einen Drahtesel trauten. Ein bisschen Mut sollte man schon aufbringen und vor allem nicht erwarten, dass irgendjemand (und schon gar nicht die Taxifahrer!) sich an Verkehrsregeln hält. Ansonsten ist man in Sydney auf Bus oder Bahn angewiesen. Verspätungen sollte man dabei immer einplanen und zudem erhält man als „Study Abroad Student“ auch keine vergünstigten Tarife. Dieser Punkt ärgert mich ein wenig, da ich für über AUD 9000 Dollar Studiengebühren doch das ein oder andere mehr an Gegenleistung erwartet hätte. Wenn man eine 10er Karte für 2 Zonen kauft zahlt man im Moment (Stand: August 2010) 16 Dollar. Für eine Wochenkarte mit der man 2 Zonen nutzen kann sind schon über 40 Dollar fällig. Da überlegt man es sich doch noch mal ob man wirklich in Bondi wohnen will… 3. Lebenshaltungskosten und billiges Einkaufen Generell sind die Lebenshaltungskosten in Sydney exorbitant hoch. Durch das Stipendium des DAAD konnte ich glücklicherweise den Großteil meiner Studiengebühren und der Miete schon einmal abdecken, dennoch muss man schon sparen und sich bei manchen Sachen zweimal überlegen ob man sie wirklich braucht. In Australien gibt es zwei bekannte Lebensmittel Discounter-Läden. Zum einen Woolworth und zum anderen Coles. Beide haben in etwa das gleiche Sortiment und verbilligte Hausmarken. Und wen das Heimweh überkommt kann in Sydney mittlerweile auch bei Aldi einkaufen gehen. Wer frisches und vor allem billiges Gemüse und Obst kaufen will ist bei Paddys Market genau an der richtigen Adresse. In dieser Halle, die sich gleich neben der UTS Bibliothek befindet, findet von Dienstag bis Sonntag den ganzen Tag über ein Wochenmarkt statt. Da lohnt es sich auch einmal an einem Sonntag vorbei zu schauen, um das von der Woche übrig gebliebene Gemüse zu einem Bruchteil des Ladenpreises von Coles oder Woolworth zu erhalten. 4. Essen Falls man typische Australische Küche erwartet wird man ganz schnell enttäuscht. Das Typischste was mir aufgetischt wurde war australischer Meat-Pie. Ansonsten gibt’s ein „Barbie“ (=Grillen) mit ordentlich viel Fleisch. Da bei der UTS gleich um die Ecke Chinatown liegt, habe ich dort meist zu Mittag gegessen. In den diversen Food Courts bekommt man Gerichte aus allen möglichen asiatischen Ländern. Und im Vergleich zu den „normalen“ Restaurants erhält man ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine ordentliche Portion. 5.Freizeit Um einen Ausgleich zum täglichen Uni-Leben zu haben, entschied ich mich an einem Kletterkurs teilzunehmen und mich fortan zwei Mal die Woche mit Freunden an der Kletterwand auszutoben. Vor allen an den Wochenenden wollten wir in unserer gemischten Gruppe aber natürlich auch etwas von Land&Leuten sehen und kennen lernen. So erkundeten wir in ausgedehnten Wanderungen die bezaubernde Schönheit und Vielfalt der australischen Nationalparks in der Gegend um Sydney. Leider war es mir in diesen sechs Monaten nicht annähernd möglich ganz Australien zu bereisen. Aber das was ich gesehen und erlebt habe hat Lust auf mehr gemacht. Down Under wird mich wieder sehen… 6. Studienvorhaben Bereits im Vorfeld meines Auslandsaufenthaltes hatte ich mich eingehend mit den Studienmöglichkeiten an der UTS und der jeweiligen potentiellen Anerkennung von Leistungen an meiner Heimatuniversität Karlsruhe informiert. Das stellte sich im Nachhinein als sehr nützlich heraus, da ich somit in Sydney keine zusätzlichen organisatorischen oder studien-spezifischen Änderungen an meinem Stundenplan mehr vornehmen musste und mich auf die fachlichen und inhaltlichen Aspekte meines Auslandssemesters konzentrieren konnte. Ich hatte mich entschieden Fächer an drei unterschiedlichen Fakultäten zu belegen (Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, Informatik). Entsprechend dem australischen Hochschulsystem war ich damit ein „Exot“, da die lokalen Bachelor/Master-Abschlüsse i.d.R. innerhalb einer einzigen Fakultät angeboten bzw. durchgeführt werden. Gerade deswegen bekam ich allerdings die Möglichkeit diese verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche, ihre Schwerpunktsetzungen und deren Unterschiede zum deutschen Äquivalent näher kennen zu lernen. Insgesamt belegte ich in meinem Auslandssemester an der UTS vier Fächer und schöpfte somit die maximal mögliche Anzahl an Kursen aus. Der größte Unterschied der australischen Lehrveranstaltungen zu den deutschen liegt meiner Ansicht nach in der absoluten Praxisorientierung. So werden beispielsweise mathematische Formeln vorwiegend im Zusammenhang mit deren Praxisanwendung eingeführt. Auf der anderen Seite kommt allerdings der theoretische Gedanke bzw. der Kontext hinter diesen mathematischen Formeln zu kurz. Des Weiteren sollte man als deutscher Student seine Arbeitsmethoden anpassen, da in Australien die wöchentlichen Hausaufgaben, Projekte und Assignments doch einen großen und kontinuierlichen Aufwand erfordern. Generell zeichnet sich das australische Hochschulsystem meiner Erfahrung nach durch den engen Kontakt zwischen Dozenten und Studenten aus. Es ist für Studenten durchaus üblich die private Handynummer des Dozenten zu erhalten um außerhalb von Sprechstunden oder Geschäftszeiten Informationen und Erklärungen zu bekommen hinsichtlich des Lehrstoffes erfragen zu können. Ein Grund hierfür liegt meiner Ansicht nach darin, dass das australische System wesentlich mehr service-orientiert ist als das deutsche. Zudem kamen meine Dozenten vorwiegend direkt aus der Wirtschaft und überzeugten mit alternativen und erfrischenden Lehrmethoden. Dennoch möchte ich an dieser Stelle das deutsche Hochschul-Niveau positiv erwähnen und wage zu behaupten, dass Australien in diesem Punkt nicht mithalten kann. Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass dieses Auslandssemester an der UTS für mich fachlich als auch persönlich ein voller Erfolg war. Ich habe nicht nur neues Wissen bekommen, sondern vor allem auch Freunde aus Australien und aller Welt gefunden. Genau dieser interkulturelle Austausch ist es, welcher so einen Auslandsaufenthalt so interessant und wertvoll macht. Und ein bisschen hat mir da glaub ich auch die australische Lebensphilosophie geholfen: No worries, mate! Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr mich natürlich jederzeit über meine Mail-Adresse peter.troegel@web.de kontaktieren.
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Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat! | ||||||||||||||||||||||||||
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