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Mein study abroad semester in Brisbane!

Ich bin nun seit 2 Wochen wieder aus Australien zurück und habe eine wunderschöne und unvergessliche Zeit in downunder verbracht, die ich gerne mit euch teilen möchte. Mein study abroad semester startete im Juli 2009 an der University of Queensland, Brisbane.

Preparations und Ankunft
Nachdem ich beschlossen habe, dass es für mein Auslandsstudium nach downunder gehen soll, kam die Frage nach der Wahl der Uni und somit auch in welcher Stadt werde ich das nächste halbe Jahr verbringen?

Da ich Internationale BWL studiere, wollte ich an eine Uni, die weltweit eine gute Reputation hat; meine Wahl fiel auf die University of Queensland (UQ), die zu den besten Unis der Welt gehört. Da ich in Deutschland auch an einer relativ kleinen Universität studiere, sollte es diesmal eine sehr große sein, was auf die UQ zutrifft, denn mit 37.500 Studenten hat sie dieses Kriterium mit Sicherheit erfüllt. Des weiteren sollte die Uni zu der schönsten in Brisbane gehören, was mich ebenfalls davon überzeugte, diese zu wählen. Brisbane ist außerdem eine der Städte in Australien wo die Lebenshaltungskosten angemessen sind, surfers paradise ist gerade mal 40 Minuten mit dem Zug entfernt und auch sonst bietet die Stadt attraktive Vorteile, aber zu denen komme ich noch später!

Nachdem die Wahl der Uni festlag, machte ich mir Gedanken darüber wo ich wohnen könnte. Mir wurde damals geraten, dass es das Beste ist vor Ort nach einer Wohnung zu suchen, was sich auch bestätigt hatte, allerdings konnte ich es vor Aufregung und der Ungewissheit, ob ich jemals eine Wohnung finde, kaum abwarten und habe mich somit vorab schon mal im Internet nach Wohnungen umgeschaut und mir Adressen notiert. Die Wahl mein Semester in einem College zu verbringen, kam für mich nicht in Frage, da ich das Leben mit anderen Studenten in einem shared house bevorzugte.

Nachdem ich ein paar Adressen gefunden hatte, machte ich mich daran, ein Hostel für die erste Woche nach meiner Ankunft zu suchen. Ich suchte im Internet nach den besten Bewertungen von Hostels und kam auf das Bunk Backpackers, dass sich im Fortitude Valley in Brisbane befindet. Laut Internet gehört es zu den schönsten und besten Hostels in Brisbane. Naja, ich musste leider andere Erfahrungen machen. Nachdem ich angekommen war, wurde ich und noch andere internationale Studenten von einem Professor der Uni abgeholt, der uns dann zu unseren temporären Unterkünften brachte. Nach einem langen aber angenehmen Flug freute ich mich dann erst mal auf eine Dusche und ein Bett. Nachdem ich dem Fahrer sagte, wohin er mich bringen sollte, runzelte er nur die Stirn und meinte: „Take care, it’s not the best area in Brisbane to stay.“ Da ich zu müde war, um mir darüber Gedanken zu machen, nahm ich den Kommentar ohne weiter nachzudenken an und bedankte mich für das Abholen.

Am nächsten Morgen realisierte ich dann erst mal, dass ich in Brisbane angekommen bin und schaute mich erst mal im Hostel um. Leider konnte ich nichts Schönes entdecken: Kakerlaken fielen mir zuerst auf und das Hostel wurde wohl nicht so oft geputzt, aber gut, wenigstens das Personal war freundlich. Aber mir war klar, ich muss so schnell wie möglich eine Wohnung finden, denn hier halte ich es nicht lange aus. Nachdem ich dann auch mal die Gegend um mich herum erkundet hatte, wusste ich auch was der Fahrer gemeint hat: Ich befand mich nicht gerade im besten Stadtteil Brisbanes. Das Fortitude Valley ist bekannt für sein Nachtleben und die zahlreichen Clubs, es gibt viele Obdachtlose und Chinatwon sieht meiner Meinung nicht gerade einladend aus, kurz gesagt, ich fühlte mich nicht gerade am Wohlsten und wollte so schnell wie möglich weg.

Ich nahm mir vor an die Uni zu gehen, um dort Hilfe für die Wohnungssuche zu bekommen, allerdings war dies nicht mehr nötig, da ich eine Österreicherin kennenlernte, die schon einen Platz in einem Haus mit anderen Studenten bekommen hatte und meinte, dass noch ein Zimmer frei wäre. Ich meldete mich daraufhin beim Vermieter, der sich als sehr netter Australier herausstellte und ohne große Mühen hatte ich am nächsten Tag ein Zimmer. Von da an lebte ich mit 7 anderen Studenten in einem wunderschönen Haus in Indooroopilly und die Enttäuschungen von am Anfang waren wie weggeflogen und es begann eine wunderschöne und unvergessliche Zeit in Brisbane!

Einzug in ein neues zu Hause und Uni
Ich lebte mit einer Inderin, einer Österreicherin, einer Chinesin, einem Thailänder, einem Australier, einem Iren und einem Afrikaner zusammen, also sehr international, was ich nur jedem empfehlen kann. Indooroopilly war für mich der perfekte Ort zum Leben, da es eine sehr große Shopping Mall hat, wo man echt alles bekommt und mit dem Bus waren es gerade mal 15 Minuten bis zur Uni. Weitere schöne suburbs sind auch Toowong, Westend oder Taringa, deren Lage sehr gut für Studenten der UQ sind und auch die Mietpreise halten sich im Rahmen. Man muss mit 350-500 Euro im Monat rechnen, je nachdem welchen Standard oder welche Lage man bevorzugt, so ist zum Beispiel St. Lucia sehr beliebt zum Leben, da es direkt an der Uni ist, allerdings sind die Mietpreise für die Häuser sehr hoch.
Und nach einer Woche einleben in Australien fing auch schon die Orientation Week an. In dieser Woche werden die ganzen Clubs und Sportvereine vorgestellt, das Universitätsgelände ist voll mit neuen Studenten, es gibt Führungen, Workshops, die Bibliothek wird erkundet, es gibt zahlreiche Vorträge und nicht zuletzt eine Menge an Partys auf denen man neue Kontakte knüpfen kann.

Nach der Orientation Week fingen dann auch schon die Vorlesungen an. Ich wählte 4 Kurse: International Business Management, Advertising Management, Communication Skills und Event Management. Am Anfang hatte ich noch etwas Schwierigkeiten mit der Sprache, da mir vor allem die Fachwörter fehlten und ich somit sehr anstrengend fand den Vorlesungen zu folgen, allerdings hatte ich nach 3-4 Wochen gar keine Probleme mehr. Was sich allerdings von dem System in Deutschland unterscheidet ist, dass von Anfang an ordentlich gearbeitet werden muss. Denn schon in der zweiten Woche musste ich Präsentationen halten und die Themen für die sogenannten Assignments wurden auch schon vergeben. Ich hatte in jedem Fach mindestens eine Präsentation, Gruppenarbeiten und individuelle Assignements zu einem bestimmten Thema. Dies stellte sich als nicht schwer, aber sehr arbeitsintensiv heraus. Besonders International Business Management und Advertising Management stellten sich als sehr fordernde Fächer heraus, bei denen man sehr viel Arbeit investieren muss, um eine entsprechende Note zu erlangen. Aber gerade International Business Management machte mir persönlich sehr viel Spaß und ich hatte das Gefühl, dass ich sehr viel von dem Fach profitiert und gelernt habe. Es gibt immer theoretische Vorlesungen, die von einem praktischem Tutorium begleitet werden, was ich sehr gut fand, denn so kann man das, was man gelernt hat, anwenden und man kann besser erkennen, ob man es auch wirklich verstanden hat. Das Semester ging so schnell vorbei, so dass auch bald die Klausuren anstanden, die meiner Meinung nach alle machbar waren, da man sich während des Semesters schon sehr viel mit dem Stoff befassen musste. Die Professoren waren immer ansprechbar und nahmen sich sehr viel Zeit, wenn man Fragen hatte, auch die Vorlesungen wurden interaktiv gestaltet, was mir sehr gut gefallen hatte. Also zusammengefasst war das Semester sehr lehrreich, es hat super viel Spaß gemacht und auch die mich sonst nervenden Gruppenarbeiten machten Spaß und auch auf diesem Weg konnte ich Freundschaften mit „Aussies“ knüpfen!

Zu der UQ möchte ich noch sagen, dass es meiner Meinung nach die schönste Uni in Brisbane ist und überhaupt die schönste die ich jemals gesehen habe, der Campus ist einfach der Wahnsinn, er ist riesen groß, also wer lieber eine kleinere Uni bevorzugt, ist an der UQ falsch aufgehoben. Es gibt Geschäfte, der Foodcourt ist schön gemacht und man bekommt echt alles von Sushi über Subway ist alles dabei und der beste Platz zum entspannen ist der See auf dem Campus. Es gibt ein Freibad, Tennsiplätze, von Yoga über Leichtathletik kann man echt alles machen. Also es wird extrem viel geboten und je nach Laune kann man sich unter Menschen begeben oder alleine einen Spaziergang um den See machen, der übrigens auch bei Joggern sehr beliebt ist, da ein Weg um den ganzen See geht.

Brisbane und Reisen
Mit ca. 1.800.000 Einwohnern ist Brisbane nicht gerade die größte Stadt Australiens, aber einer der Städte in der die Lebensqualität ganz weit oben steht. Da ich auch etwas länger in Sydney und Melbourne war, kann ich sagen, dass Brisbane meiner Meinung nach eine wunderbare Stadt ist, die nicht nur von Touristen belebt wird, sondern man trifft hier auf sehr viele Australier und somit bekommt man auch gleich den „aussi“ way of life zu spüren; Sydney und Melbourne sind eher europäisch geprägt und waren somit für mich nichts Neues, da die Kultur doch sehr europäischer Lebensweise ähnelt.

Brisbane zeichnet sich durch den Brisbane River aus, der mitten durch die Stadt fließt; es ist wunderschön einen Spaziergang um den Fluss zu machen oder am Fluss entlang zu joggen, die City Cat Ferry ist ein bequemes Verkehrsmittel um den Fluss zu überqueren und erspart manchmal sehr viel Zeit. In Southbank befindet sich die Lagune von Brisbane, wo man entspannen kann und direkten Blick auf die Skyline von Brisbane hat. Auch das Nachtleben ist aufregend… Es gibt sehr viele Clubs, die sich im Fortitude Valley befinden, die teils sehr gut sind, also geht auf jeden Fall aus und genießt das Semester :)

Nachdem man dann auch einen australischen Freundeskreis aufgebaut hat, kann man sich vor BBQ’s und House Partys auch kaum noch retten und bekommt sehr viel von dem australischen Lebensstil mit: Meiner Meinung nach sind Australier sehr relaxt, freundlich und sobald das Eis gebrochen ist, sehr gute Freunde mit denen man eine Menge Spaß haben kann.

Nachdem die Klausuren dann vorbei waren, habe ich mich mit ein paar Freunden auf den Weg nach Sydney gemacht. Ein Auto zu mieten ist in Australien gar kein Problem, es gibt zahlreiche Unternehmen, die Autos vermieten, ich habe allerdings immer Thrifty bevorzugt und nie Probleme damit gehabt. Sydney ist eine tolle Stadt, allerdings viel zu viele Touristen, was ja nicht verwunderlich ist, und leider zu teuer zum Leben. Melbourne gefiel mir nicht so gut, aber natürlich muss man sich diese Städte auf jeden Fall angucken.

Mein Highlight war das Great Barrier Reef, die Unterwasserwelt zu sehen ist einfach unglaublich und ein absolutes must wenn man in Australien ist. Ebenso die Whitsunday Islands sind traumhaft schön und definitiv eine Reise wert. Auch Byron Bay, was gerade mal 2 Stunden mit dem Bus von Brisbane entfernt ist, muss man sich unbedingt anschauen. Byron Bay hat ein ganz besonderes Hippie-Flair und man findet dort die schönsten Surfstrände. Falls ihr noch nicht surfen könnt, macht auf jeden Fall einen Kurs, es macht so viel Spaß und den Muskelkater danach werdet ihr auch nie vergessen :) Ich bin dann auch noch nach Neuseeland gereist, was ich jedem empfehlen kann. Sowohl Nord- als auch Südinsel sind traumhaft schön und die Natur ist einfach atemberaubend.

Mir persönlich hat es in Brisbane so gut gefallen, dass ich sogar meinen Aufenthalt in Australien verlängert habe, um noch einige Zeit Brissie genießen zu können!

In diesem Sinne wünsche ich allen eine unvergessliche Zeit und genießt das Leben dowunder! Und denkt immer daran: no worries! Denn Sonnenschein und der „laid-back“ Lifestyle sorgen dafür, dass es die beste Zeit eures Lebens wird!

Greets, Nadja Pawlik

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