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Eineinhalb Jahre bevor ich im Flieger nach Australien saß, habe ich immer behauptet: „Mich kriegen keine zehn Pferde ins Ausland!“ Ich war viel zu schüchtern und hatte zu viel Angst. Dann aber war ich zufällig auf der Informationsveranstaltung über ein Auslandssemester in Australien und als ich hörte wie viel Auslandsbafög man erhält, dachte ich: Das ist die Chance meines Lebens. Und los ging die Planerei. Ich würde ein Auslandssemester also besonders den Menschen ans Herz legen, die sich eigentlich vor neuen Erfahrungen fürchten, die man alleine bewältigen muss. Ich würde jederzeit wieder nach Australien fliegen.
Ich suchte mir die Griffith University in Brisbane aus, weil ich dort das für mich beste Angebot für Biotechnologie gefunden habe. Wohnungssuche In Deutschland buchte ich erst ein Bett im Hostel für die erste Woche. In Australien angekommen suchte ich meine Wohnung vor allem über das Internet (www.realestate.com). Ich fand innerhalb einer Woche eine schöne Wohnung in Salisbury mit fünf weiteren Mitbewohnern über das Internet. Es gibt noch weitere Möglichkeiten: An den Litfasssäulen der Uni hängen Anzeigen und in dem Wohnungsamt für Studenten an der Uni gibt es auch die Möglichkeit sich zu informieren. Ich würde trotzdem jedem empfehlen, sich auch um einen Platz On-Campus zu bewerben. Leider habe ich mich zu spät darum gekümmert. Als ich dort einen Freund besucht hatte, fand ich es wirklich schön. Zudem ist es natürlich sehr praktisch direkt neben der Universität zu wohnen. Akademisches Angebot Es gibt eine Vielzahl an biologischen Kursen, die man belegen kann. Da ich mich für Biotechnologie interessiere, habe ich die meisten aus diesem Bereich ausgewählt. Man kann innerhalb der ersten Wochen in Australien noch die Kurse tauschen, wenn einem etwas nicht gefällt. Meine Auswahl war: Biotechnology Innovation Biotechnology Laboratory Bioprocessing Microbial Physiology Molecular and Applied Microbiology Da ich teilweise die Kurse mit anderen aus Deutschland vergleichen konnte, kann ich behaupten, dass das Niveau niedriger war als in Deutschland (das hatte zur Folge, dass ich mehr Freizeit hatte...). Anders als in Münster im Bereich Biowissenschaften, musste ich an der Griffith University in einigen Kursen Hausarbeiten schreiben. Dies war etwas Neues für mich und es hat mir sehr viel gebracht. Zudem waren die Biologiekurse nicht so überfüllt (ca. 10-20 Menschen) und ich habe teilweise nur mit Australiern studiert, was sehr angenehm war. Anders sieht es beispielsweise im Bereich Business aus: Dort waren die Räume immer voll und die meisten Studenten kamen aus Deutschland oder Asien (so wurde mir berichtet). Da die Kurse in Biologie so klein waren, kannten mich alle Professoren und ich konnte bei Problemen immer Hilfe bekommen. Achja: Anscheinend gibt es an der Griffith University (im Bereich Biologie) keine Bachelorarbeit, die geschrieben werden muss. Jedenfalls hatte ich auch Kurse des sechsten Semesters belegt und die Studenten mussten nur Vorlesungen besuchen und Klausuren schreiben. Ausstattung und Lage der Universität Der Nathan Campus der Griffith University liegt im Wald. Es gibt noch weitere Campi, zB einen in der Stadt und einen am Strand. Dort hatte ich jedoch keine Kurse. Es gibt in der Bibliothek des Nathan Campus viele Computer zum Nutzen, die jedoch meist schnell besetzt sind. Abhilfe bieten viele weitere Computerräume, die auf dem Campus in diversen Gebäuden verteilt sind. Die Buchauswahl der Bibliothek würde ich mit der Note 4-5 beziffern: Es gab viele alte Bücher und einige neue, wobei es davon dann nur wenige Exemplare gab. So musste man sich meistens die Bücher selbst kaufen. Die waren dann auch sehr teuer. Jedoch gab es auch ältere Semester, die wiederum ihre Bücher billiger verkauften. Und man kann seine nach dem Semester auch wieder loswerden. Die Ausstattung im Labor war angemessen für die jeweiligen Versuche. Campusleben - Es ist schön, wenn ein Truthahn oder ein Waran über den Campus läuft. Ich persönlich bin fast jeden Tag zu Fuß durch den Wald zur Uni gegangen und dabei ist mir unter anderem eine Schlange vom Baum vor die Füße gefallen und zudem habe ich einige Papageien erblicken können. Nachts sieht man Opossums. - An den Studentenwohnheimen auf dem Campus gibt es BBQ-Stellen. Außerdem einen Club, der besonders dienstags gut besucht wird. - Es gibt zudem einen Kletterverein namens „Grubs“. Dort kann man anfangs einen kleinen Preis zahlen und danach am Kangoroo-Point in der Stadt klettern. Dazu werden weitere Trips angeboten, wobei man sich nur an den Spritkosten beteiligen muss. - In den Freistunden kann man seine Zeit entweder in der Bibliothek verbringen oder sich seine Zeit in der Goanna-Lounge vertrödeln, einem gemütlichen Raum mit vielen Liegemöglichkeiten. Dort trifft man jederzeit auf nette bekannte Menschen. - Für die Auslandsstudierenden wird jeden Monat ein Ausflugsplan vom Auslandsamt verschickt. Dort kann man sich bei Interesse anmelden und z.B. zu einem Nationalpark fahren. - Eine Mensa wie in Deutschland gibt es auf dem Campus nicht. Dafür gibt es vier Möglichkeiten sich Essen zu kaufen: Eine Kebab- und Salatbar, einen Burger-Imbiss, ein kleines „Restaurant“ und einen Biostand (Hare Chrishna). Leben in Brisbane - Telefonieren: Es gibt die Möglichkeit sich eine Sim-Karte zu kaufen von Vodafone oder Optus z.B.. Die Angebote sind sehr gut: Man bezahlt einen bestimmten Preis, erhält aber mehr Guthaben auf das Handy (ich hatte beispielsweise Vodafone und zahlte 29 Dollar, bekam aber 130 Dollar gutgeschrieben). Die meisten meiner Freunde jedoch nutzten Optus. - Busfahren: Abhängig davon, wie viel man unterwegs ist lohnt sich eine Wochen- oder Monatskarte mehr als ein Tagesticket. Während meines Aufenthaltes wurde die Go-Card eingeführt, die den günstigsten Preis der Fahrt automatisch ausrechnet. - Einkaufen kann man gut in Garden City. Es ist ein großer Komplex mit allen Geschäften die man sich wünschen kann. - In der Stadt gibt es häufig kostenlose Auftritte, sei es Musik oder Akrobatik. Außerdem ist der Wochenmarkt in der Valley oder in Southbank auch zu empfehlen. Unterschiede/Besonderheiten - Anders als in Deutschland werden Professoren oder höher gestellte Personen mit ihren Vornamen angesprochen. Dadurch entsteht eine angenehmere Atmosphäre und man empfindet die Bindung eher freundschaftlich als fremd. - Dem Busfahrer wird jedes Mal nach der Busfahrt gedankt. - Der Sternenhimmel unterscheidet sich grundlegend von dem in Deutschland: Man sieht die südliche Hemisphäre (unter anderem den Skorpion) und zudem ist die Sichel des Mondes oft in einer waagerechten Stellung, sodass der Mond „lächelt“. Must See/Do - Es gibt eine kleine Chinatown und eine kleine Party-Straße (Valley) in der Stadt. In Southbank gibt es einen künstlichen Strand und durch den kleinen eingerichteten Park kann man wunderbar spazieren gehen. Brisbane besitzt zwei botanische Gärten und einen Ausblicksort namens Mt Coot-tha, von dem man ganz Brisbane sehen kann. - Wenn man die Möglichkeit hat zu den Glasshouse Mountains zu fahren, dann ist es für Kletterfreunde auf jeden Fall Wert. Ich konnte dort meine Kletterfähigkeiten unter Beweis stellen und hatte Todesangst, da ich nämlich noch nie so geklettert bin. - Die Nationalparks in der Nähe von Brisbane sind wunderschön: Springbrook National Park, Binna Burra und viele mehr. Mit Wasserfällen und allem was die Natur bietet. Besonders für Biologen ist es ein Muss. - Dann gibt es für die Strandliebhaber viele Möglichkeiten: Byron Bay (mein Favorit), die Gold Coast und die Sunshine Coast. Der Weg von der Stadt aus ist relativ weit, man muss mit 2h Zugfahrtzeit rechnen. Angenehmer ist es, wenn man jemanden mit einem Auto kennt. - In Brisbane gibt es den Steve Irwin’s Australia Zoo und einen Koalapark (in dem man sich ein Foto mit einem Koala schießen lassen kann). - Das Riverfestival gibt es einmal im Jahr. Wenn man die Möglichkeit hat dabei zu sein, sollte man sie nutzen: Ein riesiges Feuerwerk mit Düsenjet-show wird präsentiert. - Ansonsten gibt es noch viele kleinere Dinge, die man tun kann: Ich war beispielsweise auf einem Poetry-Slam, habe im Pancake-House einen Pfannkuchen gegessen und einen Doughnut bei Krispy Kreme. Australien bereisen Der Mid-Semester-Break ist eine gute Möglichkeit Australien zu bereisen. Und natürlich auch die Zeit nach dem Studium. Eine gute Möglichkeit eine Reise zu buchen ist mit peterpans (www.peterpans.com). Dort erhält man umso mehr Vergünstigungen, desto mehr man bucht. Zudem kann man dort mit einer Gold-Card oder einem goldenen Bändchen kostenlos ins Internet. Peterpans findet man in so ziemlich jeder Stadt. Reiseorte die ich empfehlen kann: - Western Australia (dieser Teil des Landes ist nicht so mit Touristen überfüllt wie der Osten und die Mitte Australiens, es gibt wunderschöne Orte zu besichtigen und die schönsten Strände zu sehen) - Fraser Island (größte Sandinsel der Welt) - Whitsunday Island (Segeln) - Ein Tauchkurs in Cairns mit Prodive - Uluru (der wohl bekannteste Ort Australiens) - Sydney (sich nach den Preisen und Plätzen für eine Vorstellung in der Oper zu informieren lohnt sich sehr: Wir konnten am gleichen Tag noch eine Vorstellung sehen. Und wer kann schon von sich behaupten nicht nur bei, sondern IN der Oper gewesen zu sein?) und die Blue Mountains - Great Ocean Road ab Melbourne oder Adelaide Was mir der Aufenthalt gebracht hat Ich bin viel offener und selbstbewusster geworden, dadurch, dass ich ganz auf mich alleine gestellt war. Zudem konnte ich mein Organisationstalent beweisen. Des Weiteren habe ich gemerkt, dass ich lockerer geworden bin: In Australien herrscht unter den Menschen meist eine ruhige „No worries“ Stimmung und durch die Sonne hat man auch ein fröhlicheres Lebensgefühl. Ich hatte mir in Deutschland noch vorgenommen viel zu studieren und fleißig zu sein, was ich normalerweise auch bin. Aber dann hat sich dort alles gewandelt und ich bin viel rumgereist, habe sehr viel gesehen und trotzdem gut abgeschnitten. Ich weiß jetzt auch, dass ich alles schaffen kann, wenn ich es wirklich möchte. Auch meine englischen Sprachkenntnisse haben sich deutlich gebessert. Kursanerkennung und Notenumrechnung Mit der Anerkennung hatte ich in Münster keine Probleme. Ich bin vor meinem Auslandsaufenthalt zu dem zuständigen Professor gegangen und habe alles mit ihm geklärt. Als ich wiederkam, rechnete er alles sehr großzügig um. Und die Bescheinigung musste ich nur noch im Prüfungsamt abgeben. Also, dann wünsche ich euch einen wundervollen Aufenthalt in einem der schönsten Länder der Welt!
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Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat! | ||||||||||||||||||||||||||
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