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====Übersicht====
Dieser Erfahrungsbericht ist über meinen Auslandsaufenthalt an der Queensland University of Technology (QUT) in Brisbane, Queensland, Australien vom Februar 2007 – Oktober 2007. Ich habe dort an der QUT ein Austauschssemester gemacht und im Anschluss an dieses Austauschssemester noch innerhalb eines Forschungsprojekt am Business Process Management (BPM) Research Cluster der QUT meine Masterarbeit innerhalb meines Masters in Wirtschaftsinformatik an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster geschrieben. ====Vorbereitungen==== Ein Auslandsaufenthalt sollte gut vorbereitet sein und die übrigen Erfahrungsberichte geben eine gute Auskunft darüber. Einige wichtige Punkte, die relativ früh erledigt werden können und sollten habe ich im Folgenden aufgeführt:
Bei dem Flug bin ich mit Emirates geflogen. Dies hat gut funktioniert. Ärgerlich ist die Gepäckbegrenzung wie bei allen Airlines nach Australien. Man darf nur 20 kg Gepäck haben und zusätzlich noch 7 kg Handgepäck (das wird allerdings nicht wirklich gewogen). Ein bisschen über den 20 kg (bei mir 24 kg) macht häufig nichts aus und das Mehrgewicht wurde mir nicht berechnet. Flüssigkeiten im Handgepäck wie z.B. Zahnpasta und Deo müssen in einem Beutel, den man überall am Flughafen erhält, transportiert werden. Sofern man auf kleine Behälter achtet (am besten kleinste Größe wählen), gibt es kein Problem. Ich habe um die 1050 Euro für Hin-und Rückflug gezahlt (Economy Class). Wer so einen langen Flug mitmacht, sollte unbedingt die Meilen der jeweiligen Fluggesellschaft sammeln (bei Emirates heißt das Programm Skywards). So kann man bei zukünftigen Flügen evt. kostenlos die Buchungsklasse ändern (z.B. von Economy auf Business). Eine Besonderheit ist es bei vielen Fluggesellschaften, dass man i.d.R. am Hauptstandort einen Zwischenstopp von 1-2 Tagen machen kann und dort dann auch gratis ein Hotel bekommt (bei Emirates in Dubai) - Dieses Angebot sollte man unbedingt nutzen. Weitere Airlines von denen ich gutes gehört habe sind Singapur Airlines und Quantas. Sicherlich gibt es aber noch viele andere gute Airlines. ====Wohnung==== Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, an eine Wohnung zu kommen. Die QUT bietet zahlreiche Hilfestellung an. Auf keinen Fall sollte man sich irgendeine „Bruchbude“ andrehen lassen, wenn das Semester naht. Es gibt vernünftige Wohnungen in Brisbane und selbst, wenn man noch Anfang des Semesters sucht, ist das kein Problem; die Dozenten haben Verständnis! Man sollte schon in Stadtnähe wohnen, z.B. West End, High Gate Hill, Spring Hill, City etc. Die QUT bietet auch den Service, dass sie euch zu Wohnungen hinfährt, die Ihr mieten wollt (http://www.issupport.qut.edu.au/student/accommod/index.jsp). Wohnungsanzeigen und Rental Estate Agents kann man, neben obiger Adresse, auch unter http://www.domain.com.au abrufen. ====Kosten==== Generell kann man sagen, dass man monatlich ein Budget von min. $AU 1200/Monat haben sollte. Dann könnt Ihr auch noch ein bisschen reisen und das umfangreiche Freizeitangebot genießen. Tendenziell kann man auch mit ca. $AU 1000 / Monat leben, aber man muss sehr sparsam sein. Das teuerste sind in Brisbane die Mieten, die aufgrund des Immobilienbooms in den letzten Jahren sehr stark gestiegen sind. Hier bleibt es abzuwarten, wie lange dieser noch anhält. Auf jeden Fall kann man vernünftige Unterkünfte finden. Vorsicht, ausländischen Studenten wird manchmal sehr schlechter Wohnraum angeboten. Im Allgemeinen muss man mit ca. 130 – 150 $AU für ein Zimmer pro Person in einem mit anderen Studenten geteilten Haus oder einer Wohnung rechnen. ====Arbeiten==== In Brisbane ergeben sich für Leute mit Studentenvisum zahlreiche Möglichkeiten zu arbeiten. Dazu muss man im International Office der QUT eine Arbeitserlaubnis einholen und damit ein Arbeitsvisum online beantragen (Kosten ca. 60 $AU). Man sollte sich unbedingt auch eine australische Steuernummer besorgen – das geht kostenlos online unter http://www.ato.gov.au. Ohne diese Steuernummer muss man pauschal wesentlich mehr an Steuern zahlen. Tendenziell findet man immer einen Job, besonders wenn man für entsprechende Jobs, wie Kellner schon Erfahrung vorweisen kann (unbedingt References auf Englisch mitbringen - diese können eine sehr gute Hilfe sein). Während des Semesters darf man wöchentlich ca. 20 Stunden arbeiten und in der vorlesungsfreien Zeit unbegrenzt. Genaueres kann Euch das International Office der QUT sagen. Beachtet, dass Ihr mit einem Occupational Trainee Visa für eventuelle Forschungsarbeiten NICHT nebenbei arbeiten dürft. ====Verkehrsmittel==== Als Student kann man verbilligt mit Verkehrsmitteln fahren (sofern das Symbol auf eurem Studentenausweis ist). Die Verkehrsmittel sind allgemein sehr günstig (im Vergleich zu Deutschland), aber leider manchmal auch sehr unzuverlässig. Selbstverständlich wird sich beim Busfahrer beim Aussteigen bedankt! ;-) Gerne kann man auch mal mit dem Citycat (eine Art schnelle Fähre) Brisbane erkunden und die schöne Landschaft um den Fluss genießen. Taxen sind allgemein auch sehr günstig und sollten unbedingt in Betracht gezogen werden, gerade wenn man im Valley von den Clubs zurückkommt. Diesen geringen Betrag sollte man schon ausgeben und dafür 2-3 Bier weniger trinken. ====Ausstattung==== Die QUT ist sehr gut ausgestattet. Es existieren einige Computer-Pools mit aktueller Hardware und Software. Daneben kann man sich in der Bibliothek Räume "ausleihen" und dort in Gruppen die umfangreichen Assignments bearbeiten. Diese Räume haben unter anderem auch Computer und Beamer (sehr hilfreich zum Besprechen von Präsentationen). Allerdings lohnt es sich immer gerade für das Studienfach einen eigenen Laptop zu besitzen. Etwas negativ ist, dass generell nur 750 MB / 30 Tage für Internetzugriff erlaubt sind (Alles darüber hinaus kostet Geld). Aber man kann mit den 750 MB i.d.R. eigentlich sehr gut auskommen, zumal uni-interne Seiten und auch der Download von Zeitschriftenbeiträgen etc. davon ausgenommen ist. Daneben erlaubt die QUT Studenten noch Volltext-Zugriff auf diverse elektronische Datenbanken (etwa IEEE, Gartner, ACM, JSTOR, EPSCO, Springerlink) und damit dürfte es kein Problem geben Quellen für seine Assignments oder Forschungsarbeiten zu finden. ==== Vorlesungen ==== Die Vorlesungen, die ich besucht habe, waren Teil von Masterprogrammen (Master of Business Process Management, Master of Information Technology oder Master of Information Management), sprich post-graduate Programme. Diese waren Teil von sogenannten Coursework Mastern. Das sind Masterprogramme, die mehr Vorlesungen/Übungen anbieten und kleinere Forschungsprojekte. Im Gegensatz dazu existieren noch Master by Research-Programme, bei denen eine größere Forschungsarbeit geschrieben wird (zwischen Diplom-Arbeit/Master-Arbeit und Doktorarbeit einzuordnen). Die Vorlesungen, die ich besucht habe, waren sehr Wirtschaftsinformatik/Information Systems orientiert. Die QUT hat in diesen Bereich einen hervorragenden Ruf sowohl national als auch international.
====Freizeit==== Wer hart arbeitet muss sich auch mal entspannen! Leider sind die echten Strände (z.B. Sunshine Coast, Gold Coast) ein bisschen weiter von Brisbane entfernt (knapp 1 - 1 ½ Autostunden). Aber es lohnt sich wirklich dort vorbeizuschauen. Daneben existieren noch diverse wunderschöne Inseln, die man unbedingt gesehen haben sollte (z.B. Fraser Island, Stradbroke Island oder Morton Island). Die QUT bietet auch diverse Trips, z.B. zu Inseln, Nationalparken und Zoos an (http://www.issupport.qut.edu.au/student/trips/). Dann kann man auch die australische Flora und Fauna entdecken (z.B. Kängurus, Schnabeltiere, Schlangen, Koalas, Wale…) In Brisbane selber existiert auch ein eigener künstlicher Strand in Southbank . In Brisbane selber herrscht tagsüber zu fast jeder Jahreszeit T-Shirt-Wetter – zumindest für Deutsche. In den Wintermonaten Juni/Juli kann es nachts auch ein bisschen kälter werden, was gerade in den häufig nicht so gut isolierten Queenslandern auffällt – Dann kann man sich je nach eigener Natur einen kleinen Heater für geringes Geld kaufen. Daneben gibt es in Brisbane noch ein Umfangreiches Night-Life. In der Stadt existieren diverse Kneipen, Casinons, Bars und auch Discotheken (etwa Fridays). Etwas außerhalb der Stadt liegt das Valley, dass diverse Clubs bietet. Wer es etwas ruhiger mag, findet im West End diverse Bars und Restaurants. Etwas ärgerlich ist, dass alle Clubs um ca. 3 Uhr schon schließen müssen. Diverse interkulturelle Feste ermöglichen es, auch andere Kulturen kennenzulernen. Diese Feste sind sehr groß und können auch mehrere Tage dauern (z.B. Greek Festival). Daneben wird man sicherlich noch zu diversen BBQs eingeladen, wo man dann auch mal australische Spezialitäten genießen kann (z.B. Kängurufleisch, welches sehr gesund ist). Daneben sollte man auch die umfangreichen Sportangebote der QUT in Anspruch nehmen (etwa den Pool). Mehr Infos zu den Freizeitmöglichkeiten findet man unter: http://www.ourbrisbane.com Kurz: Ich habe hier nicht die Möglichkeit über alles zu schreiben, aber es ist für jeden etwas dabei. ==== Forschung am BPM Research Cluster ==== Im zweiten Abschnitt meines Australiens-Aufenthalt hatte ich die einmalige Chance am Business Process Management (BPM) Research Cluster meine Masterarbeit zu schreiben (http://www.bpm.fit.qut.edu.au/). Dazu muss man sich natürlich bewerben. Das ganze ist interessant für Betriebswirte bzw. Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsinformatiker oder Wirtschaftsingenieure mit Interessen im Bereich des Clusters. Selbstverständlich wird man immer in ein aktuelles Forschungsprojekt eingebunden. Die Arbeit wird von der QUT korrigiert. Bei mir war das ein Forschungsprojekt zusammen mit SAP Research und dem Queensland Government. Das Schreiben der Masterarbeit lief unkompliziert ab, da auch schon vorher Kommilitonen von meiner Uni beim BPM Cluster ihre Arbeit (Bachelor/Master/Diplom) geschrieben haben. Natürlich wird die Arbeit auf Englisch geschrieben und die Arbeit muss auch vor anderen präsentiert werden. Daneben ist die Betreuung hervorragend und man kann auch aufgrund der Struktur des Clusters die Arbeit mit anderen Leuten hervorragend diskutieren (s.u.). Aber auch Leute von anderen deutschen Unis haben dort schon ihre Arbeit geschrieben, z.B. von der Technischen Universität München oder der Universität Bamberg. Um dort eine Arbeit zu schreiben, ist man übrigens nicht als Student eingeschrieben und man muss KEINE (!) Studiengebühren zahlen. Auch das Visa ist ein anderes: Occupational Trainee Visa. Um dieses zu erhalten, muss die QUT Euch für dieses nominieren. Dazu braucht sie diverse Unterlagen von euch (z.B. Englischtests, Bescheinigungen vom Professor). Falls Ihr mehr Fragen zu diesem Visa habt (ich konnte einige Erfahrungen damit sammeln…), könnt Ihr mich gerne anmailen. Falls Ihr Interesse habt, solltet ihr unbedingt folgende Seite konsultieren und entsprechende Ansprechpartner einfach mal anschreiben: http://www.bpm.fit.qut.edu.au/opportunities/ Stipendien wurden dafür unter anderem schon vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) vergeben (http://www.daad.de). Daneben existieren noch diverse andere Stiftungen in Deutschland, die für ein solches Vorhaben Stipendien vergeben (Suchmaschine dafür: http://www.stiftungsindex.de/). Auch wenn es teilweise parteinahe oder kirchliche Stiftungen sind muss man nicht zu einer bestimmten Partei oder Kirche angehören! Es lohnt sich immer bei solchen Stiftungen anzufragen, da sie für solche Forschungsaufenthalte im Ausland auch immer sehr offen sind. An vielen Unis gibt es auch Vertrauensdozenten für diverse Stiftungen, was es noch einfacher macht (für die WWU etwa http://www.uni-muenster.de/leben/stipendien.html). Da man sowieso die meisten Unterlagen schon für die Bewerbung an die QUT benötigt, kann man einfach sich dort auch noch bewerben (Kosten dafür nahezu null und der mögliche Gewinn ist sehr groß). Die Forschungsatmosphäre in diesem Cluster ist einzigartig und es ist ein tolles Team. Ich habe dort viele neue Freunde gewonnen und man arbeitet dort nicht nur miteinanders, sondern macht auch danach zusammen etwas oder am Wochenende. Auch werden regelmäßig gemeinsamen Aktivitäten vom BPM Cluster gesponsort (etwa Bowling, Strandausflüge oder ein Ausflug nach SEA World). Der Cluster wird von zwei Professoren geführt, von denen einer mehr technisch und der anderer mehr betriebswirtschaftlich orientiert ist. Dementsprechend gibt es natürlich Studenten, die das Thema mehr technisch (etwa innerhalb des bekannten Workflow-Systems YAWL oder SOA) oder mehr betriebswirtschaftlich (Business Process Management) bearbeiten. Eine ideale Kombination also, um verschiedene Blickwinkel auf sein eigenes Projekt zu erhalten. Insgesamt hat der Cluster ca. 40 Mitglieder (Honours-, Master by Research-, PhD-Studenten, Post-Docs, mehrere Professoren) aus allen Nationen (z.B. Australien, Niederlanden, Italien, Deutschland, Frankreich oder Singapur). Ein weiteres Highlight war die 5th International BPM Conference 2007 an der QUT (http://bpm07.fit.qut.edu.au), die genau in meiner Aufenthaltszeit dort lag. Diese Konferenz ist eine der angesehensten Konferenzen im Bereich Business Process Management. Wir durften kostenlos an den Workshops und Präsentationen teilnehmen und auch bei den Social Events mit diversen Leuten aus aller Welt sprechen, die man sonst vermutlich nur in seinen Arbeiten zitiert. Ich würde diesen Aufenthalt immer wieder machen und hätte ihn auch sehr gerne verlängert, da er trotz des hervorragenden Wirtschaftsinformatikstudiums an der WWU eine interessante weitere Perspektive auf die Wirtschaftsinformatik ermöglicht. ====Zusammenfassung==== Ins Ausland gehen lohnt sich! Jeder sollte einen Auslandsaufenthalt machen – einfach um eine andere Perspektive auf sein Studium zu erhalten. Australien und die QUT lohnen sich in dieser Hinsicht besonders! Besonders ein Forschungsaufenthalt am BPM Research Cluster ist sehr zu empfehlen und er macht sich auch sehr gut im Lebenslauf. Wenn Ihr noch Fragen habt, könnt Ihr die z.B. im Ranke-Heinemann Forum veröffentlichen.
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Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat! | ||||||||||||||||||||||||||||
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